Schaufenster im Berliner Oktober

Schaufenster im Berliner Oktober

Dolce & Gabbana, Kurfürstendamm Berlin. Foto:© Susanne Beckmann

Offenbar gibt es keine Trends mehr. Alles ist möglich. Ein Blick in die Schaufenster am Kurfürstendamm Berlins im Oktober zeigt, dass es für all zu Trendorientierte schwierig wird. Man muss sich halt entscheiden – zwischen Retro, Mainstream und Sports-Chick.





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Valentino und Gucci, greifen voll in das Seventie-Portfolio. Louis Vuitton setzt auf klassischen Young-Look. Hermes ist in Unterwasserwelten ganz in Schwarz und klassisch unterwegs. Chanel wird supersportlich. Ob das Coco so zerissen gefallen würde? Setzte sie doch immer auf klare Eleganz. Nun gut. Was Eleganz ist, das definiert sich auch immer wieder neu. Lernen wir dazu.
Jil Sander wandelt irgendwo zwischen den Sechzigern und einem Heute. Und Prada sieht völlig schwarz-weiss dem Winter entgegen.

Louis Vuitton HW 2014, © S. O. Beckmann

Louis Vuitton HW 2014, © S. O. Beckmann

Was die Schaufenstergestaltung angeht, da bleibt ebenfalls alles offen. Kennen wir denn keine zeitgemäße Formensprache mehr? Manchmal fragt man sich schon, was haben die sich denn dabei gedacht? Wenn es schon einen WINDOW DRESSER AWARD gibt, dann sollten sich auch alle Mühe geben, den zu gewinnen. Und nicht nur Youngsters aus Start-Up-Unternehmen.
Valentinos Puppen schauten erst nach Osten und gegenüber (wie peinlich) bei Jil Sander schauten sie nach Westen – oder umgekehrt? Wer hat denn da von wem abgeguckt? Nach einer Woche schauten sie alle in eine Richtung – nach OSTEN.



HERMES am Kurfürstendamm griff voll in den Farbkasten. Gleich einem Schülerwandbild in Anlehnung an Frank Stellas Wandskulpturen aus den 70ern. Thema: Unterwasser- oder Dschungelwelten. Präsentiert sich ein Männeroutfit im bunten Chaos von Algen-, Pflanzen- und Fischwelten. Das Gleiche rechts daneben, für ein einziges kleines Schwarzes. Und das neben Louis Vuitton, dessen Schaufenster und -kästen es mit der Kunst aufnehmen. Mehr Skulptur als Mode. Aber das macht in dem Fall nichts. Es ist sogar gut. Ganz reduziert und doch präsent können Skulptur und Kleid nebeneinander stehen und gehen eine interessante Symbiose ein.

Fotos: © S. O. Beckmann

Text: © S. O. Beckmann