Alex Kurkowski SS 2015: Grün und unisex

Alex Kurkowski SS 2015: Grün und unisex

Mode muss nicht Geschlechter spezifisch sein

Was lange für Frauen galt, nämlich keine Hosen tragen zu DÜRFEN, gilt heute noch für den Mann in umgekehrter Folge. Männer dürfen zwar aber sie tragen nun mal keine Röcke. Dieses Denken ist allerdings längst überholt. Immer häufiger zeigen sich Männer in unseren Kulturkreisen im Rock.

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So sieht es auch die Berliner Designerin Alex Kurkowski. Sie krempelt die konservativen Modediktate einfach um. Die Gleichberechtigung gilt hier für beide Geschlechter, woraus eine Unisex-Linie für den Sommer 2015 entsteht. Die Lust des Mannes an seinem Äußeren herumzuexperimentieren, Dinge zu wagen und selbstbewusst nach aussen zu tragen, eröffnet Designern ebenfalls ein größeres Experimentierfeld, sagt A. Kurkowski.

Und so zeigte sie im Erika Hess Stadion eine durch und durch schwarze Linie, die inspiriert von Symmetrie nun doch nicht ganz symmetrisch ist.

Das ist jedoch nicht von Belang. A. Kurkowski schafft eine Kollektion, in einer relativ geschlechtsneutralen Sprache. Sie löst dabei die Weiblichkeit für die Frau und die Männlichkeit für den Mann nicht auf und stülpt den Geschlechtern nichts über, was ihnen nicht zu eigen ist.

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So „grün“ und dennoch Schwarz.

Obwohl man hier nur Schwarz sieht, sind die Kollektionen ganz grün.
Das ist nicht nur ein persönliches Anliegen der Designerin, sondern auch eine Notwendigkeit. Spätestens seitdem eingenähte Hilferufe von ausgebeuteten Näherinnen in Primemarkprodukten gefunden wurden, sollte jeder/e – TrägerIn und HerstellerIn über die Form der Produktion von Kleidern nachdenken.

Alex Kurkowski zieht nicht allein aus diesem Grund vor, öklogische,umweltfreundliche und fair produzierte Materialien in Deutschland zu verarbeiten. Es ist auf allen Ebenen ein Umdenken notwendig, wobei der Aspekt des guten Designs nicht vernachlässigt werden muss.

Text: © S. O. Beckmann
Foto: © J. Kolossa