Berlin Art Week 2017 – Olav Christopher Jenssen

Berlin  Art Week 2017 – Olav Christopher Jenssen

Der Maler Olav C. Jenssen und der Kurator Andreas Murkudis bei den Vorbereitungen zur Ausstellung.

Wo Kunst und Mode zusammentreffen, das ist auf hohem Niveau natürlich bei Andreas Murkudis anzutreffen. Zu den Kunstevents Berlins lässt sich der Kurator für Mode und Design nun auch auf Kunst ein. Andreas Murkudis umgibt sich in erster Linie mit geliebten Dingen und teilt dies in seinem anspruchsvollen Laden im ehemahligen Tagesspiegelgebäude an der Potsdamer Straße mit seinem internationalen Publikum. Zur Berlin Art Week lädt er den Bildenden Künstler, Olav Christopher Jenssen in seine Projekträume an der Potsdamer Straße 98 ein. Der geborene Norweger lebt in Berlin und lehrt an der Universität Braunschweig Malerei. Er gehört zu den aktuellen abstrakten Malern und zeigt seine Visionen in Malerei, Installationen und Tonskulpturen.

Olav Christopher Jenssen erzählt, wie er mit dem Bild „Letharia“ begonnen hat. Als ob er mir ein Geheinmis offenbaren möchte: „Schauen Sie, hier habe ich begonnen.“, und er zeigt mit dem Finger auf den linken Rand des Bildes. Seine Bilder entstehen aus dem Bauch heraus, einem Widerstreit und einem Arrangement zwischen seinen Willen, seinen Ideen und seinem Temperament. Manchmal ist er geduldig und dann wieder nicht. Aber es muss schnell gehen mit dem Malen seiner Bilder.
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Olav Jenssen vor dem Bild Letharia

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Er malt Nass in Nass, sonst ist es nicht mehr möglich, in die unteren Ebenen einzugreifen, sie zu vermengen und so die Tiefwirkung in seinen Bildern entstehen zu lassen.
Durch das Übereinanderschichten von Linien erzeugt Jenssen mal dichte Fadengebilde und man denkt an stoffliches Gewebe, wie bei dem Bild „Hinter den Bergen“, dann wieder erscheinen die Linien wie verzweigtes Geäst. Die Dinge entstehen. Olav C. Jenssen kommuniziert mit seinen Bildern und lässt sich von ihnen überraschen. Wenn dann ein Liniengewirr wie eine Pflanze aussieht, dann bekommt das Bild eben den Namen Letharia, weil er eben diese Assoziation hatte.
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Einblick in die Ausstellung von Olav Christopher Jenssen.

Jenssens Bilder haben etwas Unbefangenes, sind leicht und spielerisch und sollen nichts bedeuten. Sie sollen nichts verdecken, wie eine Schicht im Anfangsstadium, die nicht weiter verfolgt werden sollte. Da sagt er mir einfach:“… diese Stelle hier gehört nicht zum Bild.“ Diese Ebene war falsch aber sie ist noch vorhanden, sichtbar und Bestandteil des endgültigen Werkes.

Bei seinen Tonskulpturen geht er genau so unbefangen ans Werk. Er schichtet Ebenen übereinander und formt kniehohe Stalaktiten ähnliche Formen. Alle in hellen Blautönen. In der Gesamtheit seiner hier ausgestellten Arbeiten summt ein leiser Ton von nordischem Licht durch den Raum.

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Tonskulpturen von O. C. Jenssen.

„…Olav Christopher Jenssens abstrakte Malerei wächst seit Jahren beständig in unterschiedliche Richtungen geometrischer oder vegetativer Ordnungen. Dabei reicht die Skala von klaren Farben und flächigen Formen bis zu transparent wuchernden Gespinsten, die sich verdichten und hohe räumliche Wirkung entfalten. Bei allen stilistischen Überraschungen, die Jenssens Werk immer wieder bereithält, spürt der Betrachter die tiefe Verwandtschaft der einzelnen Werkgruppen untereinander…“ (von Katja Blomberg).

Andreas Murkudis hat die Räume in der Potsdamerstrasse 98 für 10 Jahre angemietet und nutzt sie für unterschiedliche Projekte. Im Winter präsentiert er eine Installation von einem renommierten Kashmirlabel aus der Mongolei. Wir sind gespannt.

Vernissage: 15. September 2017 / 18:00 – 21:00 Uhr
Ort: Potsdamer Straße 98, 10785 Berlin

Text: S. O. Beckmann
Foto: S. O. Beckmann