Stilfindung

Stilfindung

Auf der Suche nach der verlorenen Individualität

Heute liebe Leserinnen und Leser, wird es kritisch.

Unsere heiß geliebte Individualität ist futsch! Futsch durch Masse. Deshalb begeben wir uns auf die Suche nach der unverwechselbaren Einzigartigkeit, die uns die Pressetexte und Werbung täglich in der Modewelt versprechen. Jeder Designer lässt über seine Kollektionen schreiben, sie seien vor allem individuell. Er schenkt dem/der Träger/In mit dem Satz: „Ein Mix aus Materialien und Strukturen verleiht Ihnen einen individuellen Look….“ Glauben, dass seine Kleider eine Aura von Urbanität, Selbstbewusstsein und Einzigartigkeit versprühen.

Heute wird ein Massenprodukt immer als individuell beworben. Aber wie bitte schön kann ein Massenprodukt als individuell bezeichnet werden? Es ist Masse und wird von Massen getragen. In der Diskussion wird mit dem Argument gepunktet, „… ja es kommt doch auf die Kombination an….“ Die Frage ist dann aber: Kann man trendbewusst überhaupt individuell sein?

Individuell = ungeteilt. Es bezeichnet die Einzigartigkeit eines Menschen oder eines Gegenstandes. Gibt es ihn zwei Mal, dann ist es aus mit der angestrebten Individualität. In der Masse schon mal ganz. Individuell ist der, der sich von der Masse abhebt.

Nun stellen wir Ihnen immer wieder mal moderne Eigen-e-kleider vor. Die sind nicht unbedingt individuell und nicht immer Massenprodukte. Wir machen Vorschläge von der versprochenen Individualität Abstand zu nehmen und sich auf den Weg zum eigenen Stil zu begeben.

So nach dem Motto “create your own style”. Und da ist uns heute glücklicherweise ja keine Grenze gesetzt. Wie man sieht…

Ein Eigen-es-kleid ist auch hier nicht unbedingt ein Kleid. Es kann eine Jacke, eine Hose, ein Schuh, eine Kette, ein Hut oder auch ein gefärbter Hund sein.

Am Ende sind es die Lieblingsstücke, die wir uns antun, deren modischer Halbwertzeit keine Grenzen gesetzt sind.

Text & Fotos: Susanne Beckmann