ben weide – der Männerversteher – hat leider geschlossen!

ben weide – der Männerversteher – hat leider geschlossen!

ben weide Flagshipstore in Berlin Mitte. Foto: Nils Langenhop

Männermode und Baustoffhandel – Das Label „ben|weide“
Wie bringt man das zusammen? Ganz einfach. Man fragt nach den Bedürfnissen des modernen Mannes und schaut genau hin, wirft alles mit den richtigen Ingredienzien in einen Topf, rührt um und schon ist das Meisterwerk aus der BauStoffKüche kreiert.

Neue Kreationen, neue Innovationen – die Bedürfnisse der Männer wachsen stetig. Herrenmodelabels kombinieren und probieren aus, doch alleine einen Herrenanzug in einer Signalfarbe auf den Markt zu bringen, revolutioniert die Männermode noch lange nicht. Es stellt sich die Frage, ob heute ein Sakko noch ein Sakko oder ein Hoody noch ein Hoody bleiben muss – oder ob durch Kombinationen ein gänzlich neues Kleidungsstück geschaffen werden kann? Der Mann verändert sich und mit ihm soll sich auch seine Mode dem modernen Lebensstil anpassen.

Zwei haben es geschafft –
Ben Weide und Petra Hoyer, zwei erfolgreiche Baustoffhändler, machen Mode für den modernen Mann. Sie haben gefunden, was den Männern von heute bislang fehlte.
Der Volkswirt und Künstler und die ehemalige Industrienäherin schlossen sich 2013 zusammen und führen seither nicht nur gemeinsam ihre Baustoffhandlungen sondern gründeten zudem dass Männermode-Label ben|weide.


Mittlerweile gibt es die dritte Kollektion

Petra Hoyer und Ben Weide sind mit ihrem Label eines der wenigen Unternehmen, die den modernen Mann wirklich ins Visier genommen und mittlerweile die dritte Kollektion auf Bedürfnis, Funktionalität und modernen Lebensstil des Mannes ausgerichtet haben. Selbst das Thema transparente und nachhaltige Produktion ist eine der Säulen des Geschäftsmodells. Aber der wirklich entscheidende Punkt ist: Sie stellten die richtigen Fragen und fanden die richtigen Antworten.

Was tut er? Was braucht er?
Der Städter von heute arbeitet, fährt Fahrrad und geht auf Afterworkpartys. Er möchte durch seine Kleidung Ernsthaftigkeit, Authentizität, Lässigkeit und Glaubwürdigkeit ausstrahlen, immer richtig gekleidet, mit Understatement seine Individualität unterstreichen.
Da der Fahrrad fahrende Businessman üblicherweise kein Handgepäck mit sich trägt, ist ein Outfit für den ganzen Tag, das die Kriterien von Strapazierfähigkeit, Eleganz, Urbanität und Funktionalität, Business und Freizeit erfüllt, gefragt.
Diesen Crossover zwischen Business und Freizeitlook, elegant und robust zu sein – nämlich Mode, die sowohl als auch getragen werden kann – ist Ben Weide und Petra Hoyer absolut gelungen.
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Reißzonenverschluss. Foto: benIweide

Der Suiddy und das Sacket
Das Label ben|weide vereint alles. Hier werden Sakkos und Hoodys intelligent und technisch perfekt zusammengeführt und daraus der sogenannte Suiddy kreiert.
Eine neue Innovation ist auch das Monday Morning Sakko, welches dem sportlichen Geschäftsmann ermöglicht morgens mit seinem Fahrrad zur Arbeit zu fahren ohne sich vorher seines Sakkos entledigen zu müssen. In Schulternähten versteckte Reißverschlüsse ermöglichen die gewünschte Bewegungsfreiheit und zugleich die entsprechende Belüftung.
Innenliegende und versteckte Raff- und Leuchtbänder in den Säumen der Hosen ersetzen die Hosenklammern und eingenähte Reflektorbänder sorgen für Sicherheit im Straßenverkehr.
Gummizüge am hinteren Hosenbund lassen auch mal ein paar Gewichtsschwankungen zu, um Zwicken und Zwacken am Bauch zu vermeiden und den festen aber bequemen Sitz der Hosen zu gewährleisten.
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Raff- und Leuchtbänder im Businessanzug integriert. Foto: benIweide

Robuste Baumwollstoffe in den klassischen Farben Schwarz, Blau, Olive und Grau sind Standard in den Kollektionen. Momentan gruppiert sich die Trendfarbe Royalblau hinzu.
Eine Trendfarbe braucht man – so Ben Weide. Die Basics sind immer im Sortiment, denn der moderne Berliner hält sich farblich bedeckt mit allenfalls einem kleinen Farbtupfer geschmückt. Trotz der zurückhaltenden und relativ klassischen Farbpalette zeigt sich in den Details des Innenlebens eines jeden Teils, immer ein roter Faden als Paspelband oder als Verzierung der Oberhemden, T-Shirts, Shorts und Unterhemden. Selbst der Store ist durchzogen von einem roten Tau, das ganz unmerklich jedes Einzelstück miteinander zu verbinden scheint.

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Anzug unter dem Gartenschlauch. Foto: benIweide

Suiddy. Foto: benIweide

Der Anzug für die Waschmaschine
Sogar waschmaschinentauglich sind die Herrenanzüge und Suiddys aus Kaschmir, Wolle und Baumwolle. Das ist der perfekten Innenverarbeitung und den technisch modernen und hochwertigen Materialien zu verdanken.

Die Unternehmer sind bodenständig, haben wenig Zeit für Unwesentliches und richten daran auch ihre qualitativ hochwertige Mode aus. Einfach handelbar und bequem zu tragen. Selbst die Produktion findet im Umkreis von nur 300 km statt. Ökologische Stoffe sind selbstverständlich, umweltfreundliche Färbungen unabdingbar. Heute ist es keine Frage von Luxus, ein hochwertiges, umweltfreundliches und nachhaltig produziertes Kleidungsstück zu bezahlbaren Preisen auf den Markt zu bringen.

Die Männer, die ben|weide tragen brauchen keine 1000 € für einen Anzug hinzublättern. Sie brauchen nicht einmal darüber nachzudenken, ob diese Kleider fair und öko sind. Sie sind es einfach und das wird sichtbar gemacht ohne es großartig kommunizieren zu müssen. Sie sind „raw“ im Laden und Online-Shop erhältlich und werden „used“ durch die Tragegewohnheiten eines jeden Einzelnen.

Und wie verbindet man Baustoffe mit Männermode?

Das ben|weide Team führt es ganz selbstverständlich vor. Es fällt noch nicht einmal auf.
Schlendert man durch den Laden, steht dort ein Luxusgrill mit Zubehör neben einer von oben bis unten im ben|weide Outfit gekleideten Figur mit passender Grillschürze (natürlich ist dort ein kleiner roter Faden aufgestickt), ein wenig Grillbesteck zwischen Sägen, Wasserwaagen und Türzargen (alles käuflich), an denen sich ordentlich drapiert die Kollektion entlangreiht – farblich abgestimmt. Selbst die Modenschauen finden ohne Glanz und Glamour statt. Es sind ganz normale Männer aus dem wahren Leben, die für ganz normale Männer auf einem Runway, flankiert von Waschmaschinen, die Kollektionen im Baustoffhandel präsentieren.

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benIweide Flagshipstore in Berlin Mitte. Fotos. S. O. Beckmann

Und das auch noch in 18 Größen.
Hier stöbern Architekten und Bauleute, Filmemacher, Kameramänner, Men for Business, Nachbarjungs aus der Mulackstrasse, Kenner und Touristen. Hier findet der moderne Mann jeden Alters, jeden Formats, mit einem Gefühl für Eleganz, Klassik, Urbanität und Unaufgeregtheit was er braucht, um dem Leben stilvoll entgegenzutreten. Und das in 18 Größen. Ben Weide und Petra Hoyer sehen den Mann so wie er ist. Klein und rund oder lang und schlacksig oder auch ganz wohlproportioniert.

Aber ganz ehrlich Frau Hoyer und Herr Weide. Ich würde das eine oder andere Teil auch tragen. Und ich bin eine Frau….

Hat leider bis auf weiteres geschlossen…

Text: S. O. Beckmann
Fotos: Ben Weide & S. O. Beckmann