Der Berliner Salon: Perret Schaad

Der Berliner Salon: Perret Schaad

Ein echter Da Vinci mit Sonnenbrille und Mantel

Die Präsentation Perret Schaads im Rahmen des Berliner Salons war in diesem Winter etwas anders als üblich. Perret Schaad bat zu Tisch und zeigte die neue Herbst-/Winterkollektion AW 2018/19 theatralisch arrangiert, um eine lange, weiße Tafel. Das ganze Bild glich Leonardo da Vincis Abendmahl.

Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon
Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon
Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon HW 18/19
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Eine fast schon provokante Ignoranz legten die Models an den Tag. Sie lachten und unterhielten sich, als hätten sie selbst die Zeit vergessen. Sie schien aber auch für die Besucher still zu stehen, als sich die weibliche Version des Abendmahls vom Tisch erhob. Das lange weiße Kleid im Zentrum der Aufmerksamkeit ließ schon ahnen, wo die Richtung hingehen sollte: Auffälligkeit durch Schlichtheit – zeitlose Eleganz.

Der bodenlange, über die Schultern geworfene, hellblaue Schal wirkte wie ein Leuchtturm in den Wellen der stürmischen und verregneten Fashion Week, der den eingeschlagenen Weg der Designerinnen anzeigen sollte. Er führt zu einer Rückbesinnung auf alte Werte und repräsentiert die Geschichte von Perret Schaad. Sie nutzen die aktuelle Kollektion, um aus ihrer erfolgreichen Mode von Gestern zu zitieren und diese gleichzeitig neu zu erfinden. Dies gelingt ihnen in mehreren Akten dieses perfekten Schauspiels mit einer fast unglaubwürdigen Leichtigkeit.

Perret Schaad Presentation Foto:Andreas Rentz/ getty Images Der Berliner Modesalon - Der Berliner Salon AW 18/19
Perret Schaad Presentation Foto:Andreas Rentz/ getty Images Der Berliner Modesalon - Der Berliner Salon AW 18/19
Perret Schaad Presentation Foto:Andreas Rentz/ getty Images Der Berliner Modesalon - Der Berliner Salon AW 18/19
Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon
Neue Farben – alte Schnitte
Zunächst spielen sie mit neuen Farben, die prägnant und eindringlich deutliche Worte sprechen: Man braucht nicht zwangsläufig große Flächen voll mit Neonfarben, um aufzufallen. Weniger war bei diesen beiden Designerinnen schon immer mehr. Und so werden gedeckte und unauffällige Farben in Abstufungen miteinander kombiniert und mit harmonisierenden Farben kontrastiert. Ein royalblauer Schal, über einem türkisen Kleid, mit rotem Abschluss, in einem grauen Mantel, sieht einfach gut aus.
Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon HW18/19
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Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon HW18/19
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Mäntel in unterschiedlichen Längen sind Key-Pieces der Kollektion. Auch hier ist das Motto: Eleganz durch lange und weite Schnitte. Dadurch wirken die Oberteile oft wie überdimensionale Gewänder, die in dieser kalten Jahreszeit der Trägerin als Schutzraum dienen. In diesen passen dann auch noch genug Oberteile für das von den Designerinnen bevorzugte Layering. Es entsteht ein Spielraum zum Kombinieren von Farben und diversen Teilen.
Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon HW18/19
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Andreas Rentz/Getty Images for Der Berliner Salon HW18/19
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Die gesamte Kollektion bleibt ready-to-wear mit einem puristischen Ansatz. Perret Schaad verzichtet ganz auf Muster und Prints, wodurch die Silhouetten in den Vordergrund treten.
Die Berlinerinnen müssen Wasser nicht in Wein verwandeln um aufzufallen. Es ist die Eleganz, Einfachheit und Schlichtheit der Präsentation und Kollektion, die eine erfrischende Abwechslung von den lauten Bässen und den grellen Scheinwerferlichtern der Fashion Week bietet.

Text: Nils Langenhop / S. O. Beckmann
Fotos: Andreas Rentz/Getty Images für DER BERLINER SALON