Ein langer Weg zum eigenen Label.

Ein langer Weg zum eigenen Label.

Willem Gremliza entstammt der Berliner Modegeneration Michael Sontag und Perred Schaad, die 2008 Ihr Diplom ablegten. Diese Namen kennt man, sie prägen die Berliner Modeszene maßgeblich. Mit ihrer Selbstständigkeit begannen sie direkt nach dem Studium, etablierten sich und schaffen es, sich trotz des bisweilen schwierigen Strukturwandels in der Modeszene und Produktion auf dem Markt mehr oder weniger erfolgreich zu halten.

Der diplomierte Modedesigner Gremliza verhielt sich der Selbstständigkeit zunächst zögerlich. Er sammelte nach dem Studium an der KHW (Kunsthochschule Weissensee) und anschließend an der UDK (Universität der Künste Berlin) Erfahrungen in High-End-Fashion-Bereich. Die Stippvisite in anderen Modeunternehmen leichterte ihm auch den Weg zur Gründung des eigenen Unternehmens. Er wusste, was zu beachten ist um sich auf einem kleinen Markt zu etablieren.

Willem Gremliza SS2015.
Willem Gremliza SS2015
Darüber hinaus ließ W. Gremliza während seiner „Wanderjahre“ die Arbeit als schaffender Modedesigner nie ganz außer Acht. Nebenher nähte er für einen exklusiven Kundinnenstamm Couturekleider mit dem Schwerpunkt auf Hochzeitskleider und Roben. 2011 fertigte er für den „Humanity in Fashion Award“ (kurz HIFA) von hess natur die Kollektion „Hutton Queen“. Dort belegte er gleich den zweiten Platz. Nun war der Grundstein für ein eigenes Label gelegt und er machte sich 2012 mit einem kleinen Atelier selbständig.

Der Markt für die exklusiven Kollektionen Gremlizas in dieser sich ständig ausdehnenden Welt ist klein. Dafür hat sich der 1981 geborene Modedesigner bewusst entschieden. Er möchte keine Massen bedienen und keine Massen produzieren. Er möchte Qualität und Klasse. Masse gibt es genug auf dem Markt und das könne und wolle er ohnehin als kleiner Unternehmer nicht bewältigen.
Dazu bestehen seine Kreationen aus zu viel Handarbeit. Die Stückzahlen eines Entwurfs sind dementsprechend gering. Die Handarbeit nimmt immer einen Großteil seiner Entwürfe ein. Neben den Kollektionen pflegt Gremliza das Standbein der Einzelanfertigung für seine Kundinnen. Aber auch hier weicht er nicht von seinem Stil ab. Wer zu ihm geht, der will ein individuelles Teil aber es wird immer ein Gremlizaunikat.

Sexy zu sein hat nichts mit dem Alter zu tun

Gremliza entwirft für Frauen mit einem Sinn für Klassik mit raffinierten Details. Es sind Frauen, die selbstverständlich ihre Weiblichkeit nach außen tragen, ohne dabei einem Trend unterworfen zu sein. Gleichzeitig sind sie modern und auf gesunde Weise emanzipiert. Gremliza verbiegt sich nicht um mit seiner Mode zu gefallen. Er hat seinen sicheren Stil und die passenden Kundinnen, deren Altersspanne von 25 bis über 60 reicht. Auch beim Alter zieht Gremliza keine Grenzen in seinen Entwürfen. Sie sind sowohl zeitlos als auch modern – dementsprechend in jedem Alter tragbar. Eine ältere Frau kann ebenso sexy sein, wie eine Dreißigjährige und er findet auch nichts schlimm daran, wenn Oberarme im Alter an Straffheit verlieren.

Willem Gremliza SS2015
Willem Gremliza SS2015
Frauen wie Kay Francis und Lauren Hutton sind seine weiblichen Vorbilder, amerikanische Frauen mit dem gewissen Etwas. Hollywood-Filme der 1930er Jahre, wo Frauen selbstbewusst gekleidet immer elegant erscheinen.
Willem Gremliza SS2015
Willem gremliza FW2015_16
Die Auswahl der feinen, hochwertigen Stoffe wie Seiden, feine Wollgarne, Crepes und Leder bedingt, dass Körper und Stoff eine ungebremste Symbiose eingehen können. Willem Gremliza sieht Mode als eine Schnittstelle zwischen Natur und dem menschlichem Körper. Das Material spielt mit der weiblichen Anatomie, lässt Raum und schmeichelt ihm auf subtile Art.

Deutlich wird dies auch in seinen Skizzen und Modeillustrationen, die mit sicherem Pinselstrich seine Grundhaltung zu Mode und Körper dokumentieren.

Diese Haltung unterstreicht Gremliza zusätzlich durch die Farbauswahl, die sich auf höchstens drei Farben in einer Kollektion beschränkt. Jedes Teil ist unifarben – in Ausnahmen wird ein matter feiner Wollstoff mit einem andersfarbigen seidenen Layer unterlegt, der auf charmante Weise den Blick auf das Innenleben eines leicht geöffneten Dekolletés lenkt.

Die Farben sind gedeckt, nicht aufdringlich und in ihrer Kombination absolut sophisticated. Flaschengrün und Navy sind seine Lieblingsfarben – er fügt hinzu – ein Orangerot. Und das auf Seidensatin in einer Abendrobe, die sich im Stile Greta Garbos um den Körper windet, um sich wellenartig über dem Boden auszubreiten. Bei diesem Bild strahlt er und beginnt von den Frauenfiguren aus den Filmen seiner Kindertage zu schwärmen.

Willem Gremliza verkauft seine Kollektionen in verschiedenen Stores in Hamburg. Er veranstaltet in Berlin und Hamburg private Sales für seine Kundinnen.

www.willemgremliza.com

Text: © Susanne O. Beckmann
Fotos: © Dunja Antic
Illustration: © Willem Gremliza