FW SS 2015 – Messen

FW SS 2015 – Messen

Die Panorama führte seine Besucher dieses Jahr in den Westen auf das Messegelände des ICC. Eine gute Entscheidung der Organisation der Panorama, die als ernst zu nehmende Messe sich hier näher zum Gesamtgeschehen der Modewoche platziert. Es konnten so auch mehr Besucher generiert werden. Allein deshalb war die Panorama, Messe für Highend-produkte wirklich erfolgreich. Mehr und mehr Aussteller interessieren sich schließlich auch dafür, weil die Ausstellerkosten hier wesentlich geringer sind als auf dem Flugfeld. Also nichts gegen den Westen. Im tiefen Osten wird ja nichts fertig. Hier verfügt die Stadt schließlich über das gesamte Know how, das für funktionierende Messen notwendig ist.

Die BREAD & BUTTER wird sich zukünftig zurückziehen und nur noch einmal im Jahr präsent sein.
Liegt das nun an rückläufigen Besucherzahlen oder an den fehlenden Einkäufern? Merkwürdig, denn laut Presseberichten stiegen die Besucher- und Einkäuferzahlen auf den Messen stetig. Also glaube man den Berichten einfach nicht mehr. Es muss einen Grund haben, weshalb die BREAD & BUTTER sich zurückzieht.

Oder laufen Jeans einfach nicht mehr? Das Konzept, sich nur auf Jeans zu spezialisieren, läuft ja schon länger nicht mehr. Karl-Heinz Müller ließ schon vor drei Saisons verlauten, dass die B&B nun keine reine Jeansmesse mehr ist, sondern der Fokus auf Urban Fashion und Jeanswear liege. Also musste das Spektrum erweitert werden. Klar, der Verbraucher braucht Veränderung. Vielleicht hätte H. Müller den Ökomarkt der Jeans protegieren sollen. Der wächst zwar auch nicht unbedingt, jedoch liegt das ja auch an dem fehlenden guten Image, der kritischen Haltung der Verbraucher, die zwar Veränderung wollen, aus ihren Komfortzonen jedoch nicht herauskommen. H. Müller hätte auf dem Gebiet seine Macht nutzen und der Menschheit auch einmal etwas Gutes außer Big Fete offerieren können.
BREAD&BUTTER
Die Messe, die als das Event der Modewoche galt, wegen der sich der Senat so oft verbogen hat – genau wie mit dem Flughafen – zieht sich zurück. B&B oder BBB -die großen Bs wollen in Berlin einfach nicht gelingen Lieber Show als No. Aber so einfach ist das nicht.

Dagegen hält, was es außerhalb der Norm auch noch gibt. Die Menschheit wird immer dicker und so muss mehr Plus-Size-Fashion auf den Markt. Die Curvy ist ungebrochen erfolgreich. Auch wenn niemand dicke Menschen auf der Modemesse sehen will und jede/r meint, der/ die Schönste zu sein.

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Curvybesucherin SS 2015. Foto: Rose Wagner
Besucherin der MBFW SS 2015 Foto: SOB

Es gibt selbst auf den Schmalmodell-Events von Ihnen immer mehr. Sie trauen sich und dick ist schick. Selbst Cindy aus Marzahn ist kein seltener Gast auf der Modewoche. Und das mit Selbstbewusstsein, viel Humor und Gelassenheit. Sie müssen sich nicht hinter den ganzen klapprigen Models und deren angestrengter Showwelt verstecken. „Curvy is sexy“. Berlin ja auch und da passt das ja ganz gut.
Curvymesse Berlin_1 Foto:Rose Wagner

Die Premium ist nach wie vor leiser als sein Tempelhofer Gegenspieler – dafür stetig aktuell und erfüllt ein breites Spektrum an ausgewählten Labels der höheren Qualitäts- und Preissegmente. Immer mehr Aussteller und Besucher ziehen es vor hier statt in Tempelhof zu zeigen. Hier geht es wirklich um Mode als allein um den Profit.

Ganz grün sind die ethical fashionshow und der Greenshowroom, deren Ausstellerzahl ebenfalls zunimmt. Die Besucherzahlen sind hier allerdings nicht zu vergleichen mit den großen Messen. Der Markt ist schwierig, obwohl sich die Designer langsam von den unattraktiven Designs verabschieden und mehr und mehr trendbewusst entwerfen. Der wirkliche Designkick hat den grünen Labels noch zu lange gefehlt. Nun müssen die Messen bewirken, dass grün auch abgefahren und sexy sein kann.

greenshowroom_115_1_Foto:greenshowroom
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Fotos:Greenshowroom

Text: S. O. Beckmann