Go Faux with Unreal Fur

Go Faux with Unreal Fur
Das australische Label Unreal Fur setzt auf Fake mit Originalität

 

„You cannot fake chic, but you can be chic and fake fur!“ – Karl Lagerfeld

Warum sollen wir auf Echt-Pelz verzichten? Die Antwort liegt klar auf der Hand: Weil Tiere keine schicken Mode Accessoires sind. Ihnen gehört der Pelz und so soll es auch bleiben. Diesem Leitmotto hat sich das australische Modelabel UNREAL FUR verschrieben. Seit 2012 bietet UNREAL FUR Fake-Pelzmode für die gewissenhafte und modebewusste Frau. Laut eigener Aussage sind die Modelle so verarbeitet, dass ein echtes Tragegefühl bei falschem Pelz entsteht.

Der Renner des Unternehmens ist der Candy Blossom Coat. Die Neuauflage zur kommenden Herbst/Winter Saison wurde in den Farben Aqua/Ivory gefertigt. Doch UNREAL FUR kann mehr als Mäntel entwerfen. Fell-Westen, Kurzjacken und Capes gehören ebenso zur umfangreichen Herbst/Winter 2015/16 Kollektion wie Hosen- und Rockkreationen aus veganem Leder.
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Die Herbst/Winter 2015/16 Kollektion verspricht „fluffy outerwear“ für kalte Tage

 

Das Pelz-Mode in naher Zukunft nicht gänzlich aus unseren Geschäften verbannt wird, ist klar. Alle großen Modemagazine berichten zur Herbst/Winter Saison über flauschige Mäntel und Parkas, deren Kragenbesatz nicht üppiger hätte ausfallen können. Fragwürdig sind auch die neuen Slipper-Kreationen aus dem Hause Gucci. Traditionell im Stil der italienischen Modemarke gehalten, prangt jetzt auf deren Sohle Echt-Pelz. Ob diese Kreationen einen neuen Trend hervorrufen oder eher an die üppige Behaarung von Hobbit Füßen erinnern sollen, bleibt abzuwarten.

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Mode ohne Tierleid – Unreal Fur machts vor

 

Eines steht fest: Die Modeindustrie sollte ihren Wertekanon gründlich überdenken. Angefangen bei menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen, die spätestens seit dem H&M Skandal in Bangladesch in aller Munde sind, dürfen wir die Tiere nicht vergessen.

Doch es regt sich etwas in der Politik. Mitte dieses Jahres beschloss der Bundesrat die Pelztierhaltung in Deutschland langfristig zu verbieten wie es in England und Österreich bereits der Fall ist. Das Züchten und Töten von Fuchs, Nerz, Chinchilla und Co. sei nicht für die Sicherung elementarer Grundbedürfnisse des Menschen nötig und daher nicht mit dem Grundgesetz vereinbar. Wie gut, dass dies seit den vielen Jahrhunderten des Tötens endlich jemand erkannt hat. Allerdings sollen die verbleibenden Farmen in Deutschland eine Übergangsfrist von zehn Jahren bekommen – kein Kommentar.

Es soll mehr Untenehmen wie UNREAL FUR oder SHRIMPS geben, die zwar auf Fakes setzen, ihr Bewusstsein für Mode jedoch nicht verlieren. Die Welt ist im Wandel und von dem was bisher als „normal“ angesehen wurde abzuweichen, ist der Weg in die richtige Richtung.

Text: Jenny Kolossa
Fotos: Unreal Fur