Greenshowroom und Ethical Fashion Show Fall 2015

Greenshowroom und Ethical Fashion Show Fall 2015
Französische Halstücher von Grain de Brune im Greenshowroom. Foto: © Jenny Kolossa

 

„Go green“ könnte der Leitspruch der Zukunft lauten. Mehr denn je interessieren sich Verbraucher für die Herkunft von Produkten: Wo und wie werden die Stücke produziert? Werden die Arbeiter angemessen bezahlt und wird der Umwelt auch nicht geschadet? Wer grün denkt liegt im Trend der Zeit und diesem Bedürfnis hat sich die Messe Frankfurt anlässlich der Mercedes Benz Fashion Week Berlin angenommen.

Der weltweite Marktführer für Fachmessen in der Textilbranche veranstaltet zweimal jährlich den Greenshowroom und die Ethical Fashion Show anlässlich der Mercedes Benz Fashion Week in Berlin. Im Januar 2015 stellten über 150 nationale und internationale Aussteller ihre aktuellen Kollektionen im Postbahnhof am Berliner Ostbahnhof vor. Das dreitägige Messespektakel hielt für die Fachbesucher ein umfangreiches Angebot an ökologisch und fair produzierter Mode bereit sowie Modenschauen, Networking-Partys, Podiumsdiskussionen und Vorträge rund um das Thema „Eco-Fashion“.

„Eco-Fashion goes Op-Art“ hieß die Trendansage im Greenshowroom und der Ethical Fashion Show: Mit grafischen Mustern, innovativen Texturen und Drapierungen sowie passenden Accessoires zeigten sich die Aussteller auf beiden Modemessen trendbewusst für den nächsten Winter:
So überraschte zum Beispiel der indische Modedesigner Chandra Prakash Jha mit veganen Seidenschals aus Bananenfasern und bunt bedruckten Fotomotiven auf gewaltfrei erzeugten Seidentüchern, die die Schönheit Indiens wiederspiegelten. Mit seinem Label „Cocccon – Creativity Can Care“ setzt er ein Zeichen für Mensch und Natur: Fair bezahlte Löhne, menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Seidenraupen denen das Leben geschenkt wird, bilden den Grundstock seiner Arbeit. Sogar Renate Künast, Vorsitzende der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, zeigte sich begeistert von C. P. Jhas Kreationen und orderte, während ihrem Besuch im Greenshowroom, für sich kurzerhand die ersten Schals.

Ebenso farbenfrohe Designs sind das Markenzeichen von Grain de Brune. Das aus Frankreich stammende Label widmet sich dem traditionellen, französischen Halstuch. Aus Baumwolle gefertigt, stehen die Entwürfe für die Schönheit der Natur und das farbenfrohe Paris. Einflüsse aus den Bereichen Street Art und dem idyllischen Leben vereinen sich bei den Tüchern von Textildesignerin Audrey Martinelli zu handgefertigten und digital bedruckten Kreationen.

Im Bereich Accessoires präsentierte Neuaussteller Amazona Secrets filigran gearbeiteten Goldschmuck aus Brasilien. Als Grundlage des Labels dienen unter anderem Schalenfrüchte und Blattstrukturen, die in Gold gefasst und zu einzigartigem Hals- und Ohrschmuck verarbeitet werden. So entstehen zum Beispiel an Ginkgo Blätter angelehnte Armreifen und Ohrringe in Form von Mandeln – natürlich alles fair trade.

 

Im Gegensatz zum High Fashion Segment des Greenshowrooms widmen sich die Aussteller der Ethical Fashion Show Casual- und Streetwear. People Tree, das Pionier-Label für Eco-Fashion, präsentierte sich bereits zum zweiten Mal mit Mode und Accessoires für Damen und Herren, ebenso wie Studio Jux. Herrenmode fand sich unter anderem auch bei OC-Outfitters of Change und Braintree. Gestrickte Accessoires zeigten Labels wie Fortschritt Berlin mit geometrisch gemusterten Schals und Ponchos sowie Rich & Vibrant mit farbenfrohen Strümpfen. Im Bereich Schuhe präsentierten die Labels Oat Shoes, Johnny’s Vega, Ultra Shoes und Ahimsa ein breites Spektrum von Sneakern bis Boots.

Höhepunkt der Veranstaltungen war die Salonshow, die als Offsite-Event der Mercedes Benz Fashion Week Berlin ebenfalls im Postbahnhof stattfand. 25 ausgewählte Labels stellten ihre Highlights aus deren Herbst/Winter-Kollektionen 2014/15 vor.
Ein besonderer Moment der Show war der Auftritt von Schauspielerin Marion Kracht, die auf dem Laufsteg ihre eigene vegane Kollektion vorstellte: Marion Kracht for Lana – vegan & organic. Darüber hinaus zeigten folgende Brands ihre Outfits: Alma & Lovis, Esmod Berlin, Perfect Lullaby, Studio Elsien Gringhuis, Cocccon, Lillika Eden, Deepmello und viele mehr. Von kuschlig, weicher Schlafmode bei Perfect Lullaby bis hin zu pflanzlich gegerbten Lederoutfits von Deepmello wurde alles geboten. Außerdem präsentierten die neun Absolventen des Esmod M.A. Studiengangs ‚Sustainability in fashion‘ 2014 ihre Abschlussdesigns. So entwarf zum Beispiel Rahel Guiragossian Pailletten besetzte Roben, die mit Zeichnungen von Emmanuel und Paul Guiragossian bedruckt waren und in der Schweiz hergestellt wurden. Rahel Krapick fertigte filigran gearbeitete Schmuckkreationen aus recyclebaren Materialien bei deren Herstellung keine Produktionsabfälle entstehen.

Die Vereinigung des Greenshowrooms und der Ethical Fashion Show unter einem Dach rückte die beiden führenden Messen für nachhaltige Mode noch enger zusammen und konnte einen Dazugewinn an Attraktivität verzeichnen. Die steigende Ausstellerzahl zeigt, dass Eco Fashion mittlerweile keinen Trendvergleich mehr scheuen muss und von grüner Casualwear bis High Fashion ein breites Spektrum an Mode anbieten kann. Umweltschonend, fair produziert und mit gutem Gewissen kaufbar – nachhaltiger Mode gehört die Zukunft.

Text und Fotos: © Jenny Kolossa