LENA HOSCHEK

LENA HOSCHEK

Super-Weib, Bondage und Secretary-Look

von S. O. Beckmann

Wenn Superweiberröcke nur mit dem Secretary-Look einhergehen sollen, so stimmt das nicht. Superweib, elegant und trotzdem irgendwie rockig sein. Das zu vereinen ist schon etwas schwierig. Aber es geht. Lena Hoschek beweist es jedes Jahr gleich zweimal mit ihren unvergleichlich weiblichen und gleichzeitig rotzfrechen Kollektionen.

Die Grazerin, die seit einigen Jahren auch in Berlin Dependancen eröffnete, begeistert nicht nur ihren Fanclub.

Lena Hoschek schafft es wirklich aus jeder Frau ein Weib zu machen. Wo nichts ist, da drapiert Sie mal eben so, dass Formen entstehen und da wo zu viel Form ist, scheint es durch Linienführung retuschiert. Ist es aber nicht. Die Kleider bündeln sich immer an der Taille und betonen dort, wo betont werden möchte.

Mit ihrem Witz und Humor, der den Kollektionen inne ist, verleiht sie der (Über)Weiblichkeit eine selbstbewusste Haltung und ist unbestritten sophisticated, selbstbewusst und auf sehr eigenwillige Weise elegant.

Wie die Modenschau auf der Fashion Week zeigte, es ist die

„Sehnsucht nach ungebrochener Weiblichkeit“

von Rose Wagner

Je näher der Zeitpunkt der Lena-Hoschek-Schau im Modezelt am Brandenburger Tor rückte, desto mehr Besucherinnen im Retro-Look reihten sich in die Warteschlange ein. Die Designerin aus Graz hat treue Anhängerinnen, die nicht enttäuscht wurden. Wie immer bei Hoschek wurden die 1950er Jahre zitiert. Schwingende Röcke mit schmaler Taille wechselten sich mit Etui-Kleidern und engen Röcken mit Dior-Schlitz ab. Schmeichelnde Dekolletés, tiefe Rückausschnitte und transparente Tops strahlten kontrollierte Erotik aus. Ein hie und da aufblitzendes Strumpfband sorgte für eine Anspielung von Verruchtheit.

Man sah viel schwarz-grundigen Blumenprint à la Tyrolienne, vereinzelt aber auch schwarz-weiß Kleinkariertes, das sachlicher wirkte und Barbara Hendricks als Sekretärin Joan Holloway in der Serie „Mad Men“ gut zu Gesicht gestanden hätte.

Kühle Grau- und warme Brauntöne strömten Ruhe aus. Lurex, Brokat und durchbrochene Spitze für Cocktail- und Abendkleider brachten einen Hauch Glamour in die Alltagstauglichkeit der Modelle. Manches Kleid hätte man sich als Kleid für den Mittelball der Tanzschule vorstellen können. Die Fünfziger-Jahre-Anmutung wurde verstärkt durch gelegentlich um die Schultern gelegte Kaschmir-Cardigans. Zu den wenigen Accessoires, die in der Schau betont wurden, gehörten ellenbogen-lange schwarze Handschuhe, wie Grace Kelly sie im Film „Über den Dächern von Nizza“ hätte tragen können. Lena Hoscheks Mode ist ungebrochen feminin.

lenahoschek.com

FOTOS:© S. O. Beckmann

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