Lieblingsstück: No 1 – Högl Boot

Lieblingsstück: No 1 –  Högl Boot

Über den Högl Boot

Nun sind wir bei den Schuhen angelangt. Aber immerhin setzt sich so ein Herbstoutfit ja nicht in 5 Minuten zusammen. Die Dinge wollen ausgewählt sein – und das sind sie auch. Und das wiederum braucht Zeit. Mein Herbstoutfit habe ich ein Jahr lang zusammen getragen ohne zu wissen, dass es später einmal ein Gesamtkonzept ergeben sollte. Trend funktioniert nicht so einfach aus der Lamäng heraus. Trend will gewählt sein und wer im Trend ist, ist ja schon wieder out. Also ist meine Devise: „You don`t have to be trendy. I like the way you are”. Das ist übrigens ein Auszug aus einem Song von simply red aus den 80er Jahren, den ich aus New York kenne. Also sei authentisch – denn nicht jeder Trend macht Dich schön – oder schöner.

So nun zu den Schuhen. Geht man in dem modehypen Berlin shoppen, ist es schwer in all den Bezirken etwas zu finden, was nicht jeder trägt. Etwas, das so richtig aus der Reihe tanzt. Zwar wollen alle aus der Reihe tanzen – aber am Ende haben sie sich in die Fashionpolonaise eingehängt.
Was also tun wenn man mit seiner 76 jährigen Mutter durch das kleine Städtchen Recklinghausen schlendert, um die Zeit mit Windowshopping zu vertreiben und später beim Italiener ein köstliches Gebäck zu verspeisen. Windowshopping ohne Absicht etwas einzukaufen. Und wer findet in Recklinghausen als Berlininfizierte schon etwas Berlintaugliches?

ICH – SCHON ZWEI MAL MIT MEINER MUTTER, die übrigens einen ausgesprochen guten Geschmack hat. Das eine Mal sind es meine Ankle Boots/ Pumps von HÖGL aus schlammfarbenem Wildleder, dicken Profilgummisohlen, 5,5cm hohem Absatz und einer fetten Schleife als Schnürsenkel so à la Friedrich der Große. Meine Mutter war die perfekte Beraterin, die mich schließlich dazu überredete, die Schuhe zu kaufen- auch wenn ich sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht brauchte. Aber was braucht man schon um glücklich zu sein? Ja, ein paar schöne Schuhe. Und diese Schuhe trage ich zu meiner grünen Seidenhose mit dem schlammfarbenen Seidenschal.

Text & Foto: S. O. Beckmann