Luxusmarken: Guido Maria Kretschmer und Dorothee Schumacher unter den ersten 50

Luxusmarken: Guido Maria Kretschmer und Dorothee Schumacher unter den ersten 50

Allgemein wird die Berlin Fashion Week eher als urban denn als luxuriös bezeichnet. Lassen wir uns eines Besseren belehren. Es steht nun fest, dass dem nicht ganz so ist. Die Treuesten der Fashion Week sind Dorothee Schumacher, Guido Maria Kretschmer und Escada. Hugo Boss hat sich abgewandt und zeigt inzwischen lieber in Shanghai. Der Luxury Businessreport zeichnete für 2013 nach harten und weichen Kriterien 50 deutsche Unternehmen aus.
Schumacher (Platz 26), Kretschmer (Platz 38), Jil Sander (Platz 34), Escada (Platz 39) und Hugo Boss (Platz 42).

Weitere Label wie Mykita / Brillen (Platz 22) und Roeckl (Platz 25), bekannt für Handschuhe, konnten sich im mittleren Bereich der Luxusmarken behaupten.

Alle bis auf den Schuhmacher Eduard Meier (Platz 50)sind entweder permanent oder wenigstens zur Fashion Week in Berlin vertreten.

Dorothee Schumacher eröffnete nach einigen Jahren Modewoche-Erfahrung gleich mehrere Showrooms in Charlottenburg und Mitte. Guido Maria Kretschmer zeigt zwar zu den Modewochen in atemberaubenden Shows seine neuen Kollektionen, (nach denen auch der letzte Urban-Freak beeindruckt das Zelt verlässt), eröffnete aber seinen Store in München. Dafür ist seine PR-Agentur in Berlin ansässig und pflegt einen wirklich guten Kontakt zu Kunden und Presse.

Mykita ist ein Berliner Label – noch relativ jung – aber erfolgreich. Mit außergewöhnlich guter Qualität, schönen Designs und limitierten Modellen – das Acetat wird in sehr kleiner Auflage gefärbt, was eine Massenproduktion ausschließt – konnten sich die jungen Brillenmacher international etablieren.(Lesen Sie Brillentest: Durchblick >>).

Bei all dem Luxus liegen Uhren klar an vorderster Stelle. Lange & Söhne (Platz 4) und die klaren Designs von Glashütte Original (Platz 8) sind unter den ersten zehn platziert.

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Die neue RICHARD LANGE in Weißgold
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Fotos links u. rechts: Lange & Söhne

Ist es nun das altbewährte Handwerk, was diese Labels zu Luxusmarken macht? Ja bestimmt. Aber auch Nachhaltigkeit spielt heute bei der Beurteilung eine Rolle. Das Kriterium der Produktion darf nicht außer acht gelassen werden. Guido Maria Kretschmer beispielsweise bleibt seiner Münsteraner Heimat treu, wo in seinem Unternehmen die exklusiven Kollektionen genäht werden. Er selbst nimmt sein Stickzeug zur Hand, wenn es ihm mal zu stressig wird. Das beruhigt und zeigt, dass er das Handwerk liebt und schätzt – und wie man sieht – in seinen Kollektionen zelebriert.

Aber auch die Verkaufsstrategien waren Kriterien zur Platzierung in der Luxusliste. Internetpräsenz und weitere Verkaufsplattformen gehören zu den Standards eines heutigen Exklusivlabels.

Dorothee Schumacher lässt ihre Kunden virtuell durch ihre Internetplattform flanieren und suggeriert das reale Shoppingerlebnis im Princessclub. Dort gibt es immer neue Angebote und Spielereien, mit denen die Kundin mindestens einmal wöchentlich eingeladen wird.
Zur Fashion Week lässt die Designerin ihre Kundinnen als auserwähltes Publikum am virtuellen 360° Runway und dem anschließenden Frühstück im Park teilhaben – aber auch hier bitte schön – nur mit Passwort.

Exklusiv und limitiert ist alles Luxuriöse. Wir freuen uns darüber, dass Berlin mit Mode inzwischen auch ein wenig zum Thema Luxus beitragen kann.

Text & Fotos:© S. O. Beckmann (Laufstegfotos), Pressefotos: Lange & Söhne (Richard Lange Uhr, Schraubenunruh)