Mode wird politisch – Bobby Kolade setzt radikales Statement

Mode wird politisch – Bobby Kolade setzt radikales Statement

Im Sommer gewann der junge Modedesigner den Start Your Fashion Business Award 2013. Anschließend präsentierte er mit anderen Berliner Designern seine Kollektion mit dem Berlin Showroom in Paris. Nun haut er mit einer provokanten Kunst-Kollektion den KonsumentInnen und Billigherstellern von Kleidern eins um die Ohren.

Einstürzende Fabriken und katastrophale Produktionsbedingungen in der Kleiderindustrie rütteln nun auch Künstler und Modedesigner auf. Was im April an Bildern aus Dhaka (Bangladesch) durch die Medien ging, ist nun auch auf Sweatern sichtbar.

Der Künstler Manu Washaus ließ in der chinesischen Produktionsmetropole Shenzhen ausgewählte Fotos vom Einsturz des Rana Plaza Gebäudes in Dhaka auf Sweater drucken, um auf die Umwelt- und Menschendramen in der Kleiderindustrie aufmerksam zu machen. Mit dieser Aktion setzte er ein radikales Statement betreffend der Modeproduktion in Billiglohnländern.

Radikaler geht es fast nicht.

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Fotos: Konstantin Laschkow

Das als Kunst gestartetes Projekt holt Bobby Kolade nun in die Mode. Als Haltungsträger sollen die Sweater dazu dienen, die konsumentInnen für die Produktionsbedingungen ihrer Kleider zu sensibilisieren. Direkter geht es nicht.
Zu hoffen ist nur, dass solche Projekte auch die Verursacher der prekären Umstände zu einem Umdenken und fairen Handeln bewegen können.

Text: Susanne O. Beckmann