NOBI TALAI: NT.04

NOBI TALAI: NT.04

Paris ist das Ziel. Nobi Talai auf der Fashion Week Paris.

Wir haben uns schon gewundert wo sie denn steckt, die Designerin Nobieh Talaei. Sie sorgte die letzten zwei Saisons im Berliner Modesalon für große Aufmerksamkeit. Gleich mit ihrem Debut konnte sie den großen Erfolg neben Marina Hoermanseder für sich verbuchen. Nach ihrer ersten Show sahnte sie beim Fashion Council Germany eine Auszeichnung ab und nun zeigte Talaei ihre neue Kollektion NT.04 während der Pariser Modewoche.
Das nennt man konsequent. Paris ist das Ziel.

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Mit ihrer klaren Linienführung bleibt sie sich treu. Man kennt den Mix der Iranerin aus Orientalismus und puristischer Großstadteleganz. Lange Oberkleider gleichen Kaftans, Hosen sind selten in europäischer, geraden Schnittführung gehalten. Alles fließt und deutet auf die Wurzeln der Designerin und einem muslimisch kompatiblen Kleidungsstil hin.

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In der NT.04 Kollektion befreite sie sich etwas davon. Sie ließ sich zusätzlich von Oskar Schlemmers Triadischem Ballett und dem Kubismus des Malers Fernand Léger inspirieren. Vergleicht man das jedoch mit den vorherigen Kollektionen, unterscheiden sie sich nicht im Wesentlichen. Hosenschnitte behalten den orientalischen Touch von Sarouelhosen. Wenn man möchte, kann man die Faltenwürfe, Linienführung und Layerings auch kubistisch ambitioniert nennen.
Trotzdem bleibt es die Nobi Talai, die wir vom Sommer 2016 kennen. Sie hat ihre Sprache und erweitert ihr Vokabular durch neue Materialien. Seidenorganza, Georgette, edelste Double-Face Wolle und kuscheligen Steiff-Plüsch verwendet Nobi Talai in perfekten Drapagen und Wickelungen für ihre wandlungsfähigen Outfits.

Leder kombiniert sie erstmals gekonnt mit feinen Materialien und setzt Horn als Blickfang in ihrer noch jungen Accessoirelinie ein. Schnallen, Ohrringen und Ketten unterstreichen den immer noch sehr eleganten Stil einer Großstadtnomadin.

Text: © S. O. Beckmann
Fotos: © Nobi Talai PR