Sadak FW 16/17: Wenn IS und Flüchtlinge zum Modethema werden

Sadak FW 16/17: Wenn IS und Flüchtlinge zum Modethema werden

So politisch inspiriert traute sich noch niemand eine Kollektion auf der Fashion Week Berlin zu zeigen
Sadak eröffnete die Schauen im Mercedes Benz Fashion Week Zelt mit einer Kollektion FW 2016/17 , die nachdenklich stimmte, Mode aus der belächelten Ecke des Chi-Chi herausholt und klare Worte spricht. Wenn man nun davon spricht, dass Mode die direkteste Antwort auf das Zeitgeschehen ist, dann kann man Sadak als einen Designer bezeichnen, der mit seiner Mode den Spiegel der Gesellschaft vorführt. Schon über seine Sommerkollektion gab es den einen oder anderen Diskurs. Der in Serbien geborene Sasa Kovacevic eckt an und lässt sich bewusst nicht einordnen. Der Typ von Mann den er bedient, ist individuell und unabhängig – frei von Konventionen.

SADAK FW 16/17
Sadak FW 16/17
SAdak FW 16/17
SADAK FW 16/17
Mit seinem Logo, macht er in vielen Einzelteilen seiner Kollektion auf seinen Leitsatz „ pride in individuality“ aufmerksam. Trozdem wirkt dieses Zeichen aus der Ferne eher wie ein rechts orientiertes Emblem. Und diesen Eindruck muss man im eigenen Kopf erst einmal wieder zurechtrücken. Mit neu definierten Camouflagemustern, Seidenprints, einem Mix aus Orientalismus, ethnischen Mustern und diversen Kopfbedeckungen wie Takke und Schleier, bringt der Designer eine sehr individuelle, politisch motivierte Kollektion auf den Laufsteg. Anspielungen auf Burkas vor dem männlichen Gesicht sind nicht einfach als Dekor zu interpretieren. Sadak zeichnet traditionelle Schnitte neu. Kaftane, Sarongs, Hosen, Jackets zeigt er dekonstruiert. Schnitte von Uniformhosen werden in Seide neu transformiert. Da genügt eben nicht der erste Blick. Der zeitgemäße Mann trägt einen Mix aus nordafrikanischen und europäischen Kleidkulturen, einen Mix aus Military, Streetstyle und Businesschic.
SADAK FW 16/17
SADAK FW16/17

Sadaks Männermode ist avantgardistisch, schräg, politisch, gesellschaftskritisch, ungerührt von Trends und unabhängig. Man kann sie als einen Affront empfinden oder auch als eine Reaktion auf die politische Situation. Man kann sich darüber echauffieren, dass schon wieder neue Camouflagemuster zum Einsatz kommen … Und wir fragen uns, weshalb Christiane Arp nicht hier gewesen ist. Das ist doch mal ein unverwechselbares Statement in der Modeszene.
Text & Fotos: S. O Beckmann