SCHÖN oder WIE SCHÖN – Fair – Öko – Slow und individuell?

SCHÖN oder  WIE SCHÖN –  Fair – Öko –  Slow  und individuell?

Fair – öko – slow – individuell – einfach anders sein. Der Gegenstrom zur Fast-Fashion- Industrie wird mehr und mehr im Stadtbild sichtbar. Die Masse macht es nicht mehr, die Menschen wollen sich in ihrer Kleidung unterscheiden. Und so werden Second Hand, eigene Kreationskombinationen, Selbstgenähtes oder individuelle Anfertigungen immer populärer. Die neue Generation der Modekonsumenten verlässt sich auf seine eigene Fantasie und nicht auf den schlechten Geschmack des trendorientierten Modediktats. Dabei ist es nicht allein wichtig, dass ein Teil „schön“ aussieht, sondern die Frage nach dem woher spielt eine immer größer werdende Rolle.

Faire Produkte sind nichts Neues auf dem Markt. Der Modemarkt hat sich damit längst eine relativ große Nische geschaffen. Ein Großteil der neuen Generation Modedesigner macht fair, öko und slow zum Grundgedanken ihres Schaffens. Das zeigt auch die Fashion Week in Berlin, die für ihre große Öko-Präsentationsplattformen rund um das Thema an europäischer Spitze steht.
Die Fashiontech, der green Showroom und die Ethical Fashion Show zeigen, wohin der Trend geht. Die Unternehmerin und ausgebildete Modedesignerin Marte Hentschel, bündelt Handwerker, Zwischenmeister und Designer über ihre Plattform Sourcebook und vernetzt, was vernetzt werden muss, um langsamer und unter fairen Bedingungen dem Massenmodemarkt entgegen steuern. Dabei muss nicht alles öko sein.
Sustainable und upcycling Fashiontouren durch die Hauptstadt werden immer populärer. Die Ethical Fashion Show und der green Showroom zeigen nicht nur Mode, sondern laden zu Symposien rund um das Thema Öko, Fair und Slow ein. Es wird also auch diskutiert.

„Schön“ – „Wie Schön“?

Hier geht es nicht nur um das Wort „SCHÖN“ sondern auch um das Wort „WIE-SCHÖN“.
Bei der Masse an Modedesignern ist dieser Schritt notwendig, denn worum geht es eigentlich, wenn Mode produziert und designt wird? Der Schein um das SCHÖN ist angekratzt. Denn immer mehr Designer und Konsumenten stellen die Frage nach dem „Wie“ und ob wir überhaupt so viel Mode benötigen.

Designerin Elsien Gringhuis aus Arnheim produziert gar keine Kollektionen. Sie ’schreibt‘ Kapitel, was so viel bedeutet, dass sie eine Grundkollektion fertigt, auf die sie Saison für Saison aufbaut. Das bedeutet natürlich, sich von gewissen Trends fern zu halten, dennoch zeitgemäß zu designen. Wirklich groß kann man da nicht werden aber wer weiß – am Ende kommt es immer auf den Konsumenten an.
In Berlin gibt es sehr viele Designer, die so arbeiten.
Elisabeth Hautmann mit ihrem Label Ille von Rott bedient mit ihren exklusiven Entwürfen ein anspruchsvolles Klientel. Intelligent, kunsthistorisch fundiert und sinnlich transportiert Elisabeth Hautmann ein Lebensgefühl, in der alles mit Kunst beginnt. Mit „Finest Nightwear & Hostess Gowns“ gründete sie ihr Label und fertigt heute neben Einzelanfertigungen auch Tageskleidung an.

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Tageskleid von Elisabeth Hautmann. Foto: Karl von der Ahé

„Less is more“
Was Mode heute ist, wird in dem Artikel `All you need is less` von Wäis Kiani in der FAZ sehr gut beschrieben. Große Labels machen keine Mode mehr. Sie verbiegen sich im Design nach dem Gusto der Kunden ohne Geschmack und Stil, statt dem Kunden anspruchsvolles Design zu offerieren.

Rund um das Thema finden während der Fashion Week viele Diskussionsrunden statt. Der Berliner Modesalon ist die renommierteste, in der es immer wieder darum geht, wohin uns der Modemarkt führt.
„Der Tod des Modedesigns“ befasst sich ebenfalls mit dem Thema in kleiner Runde. Die Unternehmerin des LNFA-Shops im Bikinihaus, Sevil Uguz, die Designer Thomas Hanisch und Elisabeth Hautmann, und die Modetheoretikerin Prof. Dr. phil. Petra Leutner von der AMD Hamburg, beleuchten die Kontroversen des gegenwärtigen Modedesigns im Brechthaus am Freitag zum Abschluss der Fashion Week.

Der Tod des modedesigns. Veranstaltung zur Fashion Week.

Der Tod des modedesigns. Veranstaltung zur Fashion Week.