Sid Neigum AW 2016: Mathematische Formeln und modulares System

Sid Neigum AW 2016: Mathematische Formeln und modulares System

SID NEIGUM AW 2016 in London auf der Fashion Week

Wenn Mode intellektuell wird.

Junge Designer auf der London Fashion Week AW 2016 zeigten wohin es mit der Mode zukünftig geht. Experimentell, konzeptionell, architektonisch, etwas spacig, intellektuell – und am Ende ist doch immer alles tragbar.

SID NEIGUM AW 2016 FOTO: S. O. BECKMANN

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Neben all den großen Schauen des British Fashion Council und dem London Fashion Scout gab es viele Nebenschauplätze, die zeigten, wie anders junge Designer Mode verstehen und mit gänzlich neuen Ansätzen das Image der Mode in ein neues Licht rücken. Wie anders Mode getragen wird und wie sehr ihre Entwürfe geprägt sind durch Wissenschaft und Technologie im digitalen Zeitalter.
SID NEIGUM AW 2016 FOTO: S. O. BECKMANN

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SID NEIGUM ist einer von ihnen. Der junge Kanadier kennt keine Grenzen in dem, was er macht und so räumte er auch schon in den ersten Jahren seiner Karriere ab 2011 die Fashion Award Preise ab. Darunter ist der Toronto Fashion Incubator’s New Labels Award, der Mercedes-Benz Start Up Award 2014 und der Swarowski Emerging Talent Award 2015. Er erhielt Veröffentlichungen in den wichtigsten Modezeitschriften aufgrund seiner spektakulären Designs und seinem innovativen Umgang mit Stoffen.
SID NEIGUM AW 2016 FOTO: S. O. BECKMANN

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Ob er ein Outfit als eine Verpackung sieht und auf ungewöhnliche Weise ein Stück Stoff einstanzt, faltet und wieder zusammenfügt oder das modulare System Corbusiers, mathematische Formeln als Grundprinzip seiner Entwürfe anwendet, seine Kollektionen sind immer spektakulär. Skulptural, minimalistisch, pur, grafisch, avantgardistisch. So könnte seine Kollektion auf den Punk gebracht werden. Mit wenig Farbe bildet der Modedesigner Reliefs aus den Stoffen heraus, formt das Material zu opulenten Gebilden, die dem Körper eine eigene Silhouette verleihen. Sid Neigum spielt wie ein Architekt – um den Körper baut er ein Gehäuse – der Körper als Gerüst, geht eine symbiotisch – nichtsymbiotische Beziehung mit dem stofflichen Gebilde ein.
SID NEIGUM AW 2016 FOTO: S. O. BECKMANN

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Der AW Kollektion 2016 legte er das modulare System Corbusiers zugrunde. Die technisch bearbeiteten Stoffe wirken wie Reliefs und verstärken den autharken Charakter des Kleides in Bezug auf den Körper. Die Entwürfe sind vielschichtig, tiefgründig. Etwas Punk, etwas Japanisches, einen Hauch von Nomadentum, Großstadtflair und Subkultur, Dekonstruktion und Konstruktion spiegeln sich in dem technischen und handwerklichen Perfektionismus wieder. Sid Neigum scheint das multikomplexe Wesen unserer Zeit in einem typischen Stil zu vereinen. Mit klar gezeichnete Linien, Cuts, Wicklungen und Drapagen bringt er eine avantgardistische, elegante und in die Zukunft orientierte Kollektion auf den Markt.
SID NEIGUM AW 2016 FOTO: S. O. BECKMANN

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Text & Fotos: S. O. Beckmann