SS 2015: Johny Dar mischt auf

SS 2015: Johny Dar mischt auf

Den Abschluss der Runwayshows auf der Mercedes Benz Fashion Week hätte IMG nicht besser platzieren können. Mit der Show von Johny Dar gab es zur Belohnung für die Durchhaltquote der Fotografen noch ein richtig unterhaltsames Event. Nur leider oder glücklicherweise hielten sich die meisten bei dem Lokalpatrioten Michael Michalsky auf. Schade für die, die sich Neuem und anderem nicht öffnen und lieber immer das Gleiche sehen wollen.

Beklagen viele, dass die Fashion Week Berlin nichts Neues bietet, geht es doch auch auf der Modewoche hauptsächlich um die Berliner Jung- und Weniger-Jungdesigner. Junge Designer beginnen hier sich der Öffentlichkeit zu stellen. Was man jedoch hauptsächlich zu sehen bekommt, sind sehr tragbare und mehr oder weniger konventionelle Kollektionen. Ein wenig Avantgarde und ein wenig Extravaganz, fast immer ein Hauch von Eleganz schwingt bei allen mit.

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Die Designer wollen oder können einfach nicht aus diesem Muster heraus. Verständlich, wenn man sich erst einmal mühsam mit einem Stil seinen Kundenstamm erarbeitet hat, dann bleibt man in seiner Komfortzone. Das bringt eine gewisse Monotonie bzw. Routine mit sich, denn auch die Schauen werden nicht dazu genutzt, etwas Hype in die Präsentationen zu bringen und damit die Gemüter zu erregen.
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Johny Dar mischte dagegen die eingefahrene Szene auf der Fashion Week zum Schluss noch einmal richtig auf. Mit Körperbemalungen und wilden, surrealen Zeichnungen brachte er eine richtig unterhaltsame Performance und eine gar nicht so kleine Kollektion auf den Laufsteg. Quallengebilde und Ganzkörperbemalungen waren Teil der Inszenierung und schließlich gab es auch ein wenig Mode zu sehen.
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Ganz unkonventionell geht Dar auch mit den Schnitten einzelner Outfits um. Er setzt Tüll und gestanzte Boleros übereinander, bedruckt leichte Stoffe mit seinen skurielen Zeichnungen, die an Tattoos erinnern, kombiniert Lochgebilden mit einer Art Körperschmuck und lässt die Assoziation an Iris van Herpen aufkommen.Materialien, die auch Kassettenbänder sein können, wirkt er zusammen mit anderen Materialien. Ist es Recycling? Oder ist es eine ungewöhnliche Art, Material zu kombinieren. Konstatierend kann nur gesagt werden, es ist eine Symbiose aus Kunst, Musik und Fashion.

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Seine zeitlosen Kollektionen entstehen seit 1999 unter dem Namen Johnny Wonder und sind so unbefangen, kritisch und unabhängig von jeglichem Trend. Hier bringt jemand zusammen, was nicht nur Mode ist und dabei reicht die Kollektion das Spektrum von obskur, schräg bis elegant.
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Die Show hat Spaß gemacht und es wäre der Berliner Fashion Week – wenn sie sich schon immer mehr als junge Modemesse profiliert – zu wünschen, dass mehr Witz und Phantasie die Woche prägt.

Text & Foto: © S. O. Beckmann