The „Little Black Jacket“ never die

The „Little Black Jacket“ never die

Karl Lagerfeld geht in die Unterwelt. Bis zum 14. Dezember lässt der Modezar den leer stehenden U-Bahntunnel der U3 am Potsdamer Platz in Berlin schwarz verhüllen und inszeniert gemeinsam mit dem Model und der Modejournalistin Carine Roitfeld eine Hommage an das schwarze Jäckchen von Coco Chanel. Aus gewebter Wolle, gefüttert mit Seide und so leicht wie eine Strickjacke ist die kleine Schwarze als Klassiker in die Modegeschichte eingegangen.
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Immer wieder neu interpretierte K. Lagerfeld das kleine Jacket mit dem maximalen Tragekomfort für Frauen mit Exklusivität.
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Für die Ausstellung lichtete der Multiakteur in nur wenigen Tagen Models, SchauspielerInnen, SängerInnen, MusikerInnen und KünstlerInnen in immer wieder neuen Interpretationen des schwarzen Jackets ab. Mal kurz, mal lang, dann wieder nur fragmentarisch sichtbar, nicht unisex dafür diesmal auch für Männer, für Alter und Jugend, für Keuschheit und Lust. Sogar Leichen können Coco Chanel tragen. Eben so, wie es Lagerfeld entspricht.

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Theatralisch bis zum geht nicht mehr.
So viel Inszenierung für ein Kleidungsstück in 113 Variationen in einem U-Bahntunnel, wo sich früher einmal Penner aufhielten und gestresste Großstädter durchhetzten, wo weniger Chanel daher gestöckelt ist als oben am Potsdamer Platz. Dieser Ort verleiht dem Jacket etwas Gruftiges und hebt es aus der Welt der Eleganz heraus. Wie ein Sog wird der Betrachter in die Ausstellung hineingezogen. Die großformatigen Abzüge, die sich an den endlosen Wänden des Tunnels aneinanderreihen, wirken wie ein Spalier der schwarzen Jacketträger. Die Frage tut sich auf, wer eigentlich wen betrachtet. Die Ausstellungsbesucher die Fotos oder die von den Wänden herabblickende Prominenz in schwarz weiß.

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Damit es nicht ganz so düster bleibt, begibt sich der Modedesigner, Fotograf und Verleger noch kurz in die Popartkultur und präsentiert in einem gesonderten Tunnel vier Fire Engravings Glas Sculputres mit je einem Motiv in drei Varianten. Von der Supernahaufnahme bis zur Totalen blicken China Chow, Natalia Vodianova, Theophilus London und Uma Thurman von den schwarzen Wänden. Am Kopf des Raumes zieht eine weiße Inschrift mit dem Zitat „There are clothes wich keep rejuvenating themselves instead of getting worn“ aus dem Buch „Vertical Poetry von Roberto Juarroz. Wie eine Grabinschrift liest sich dieser Satz als endgültiger Beweis dafür, dass dieses kleine schwarze Jäckchen nie altern wird und ewig bleibt. Eben so wie Karl Lagerfeld es sich für sich auch wünscht. Besonderes geht in die Geschichte ein.
Inmitten dieser Ahnengalerie steht da noch und schon ganz verstaubt, eine von K. Lagerfeld signierte Plexiglaskiste, wie ein Schneewittchensarg, in dem ordentlich aufeinander gestapelt der zur Ausstellung erschienene schwarze Katalog mit weißem Schriftzug The Little Black Jacket aufgebart ist.
Der ist aber leider nur im Buchhandel oder bei Amazon erhältlich.
reist um die Welt und wird in den großen Metropolen gezeigt.