SHOW17

SHOW17

Zur Graduate Show 2017 der Studierenden der Universität der Künste Berlin.
Ein Kommentar.
Die UDK zeigt sich wie immer, sehr experimentierfreudig. Auf der „SHOW17“ verschmelzen Kunst und Mode. Die Grenzen verschwimmen. Hin und wieder mag man während der Präsentation an Jonathan Meese denken, den skurillen Gesamtkunstwerkler, der alles durcheinander schmeißt und alles Definierte völlig aus den Angeln hebt. Es ist modern, alles zu durchbrechen. Das Kleid wird hier mehr zum Objekt als zum Alltagsgegenstand. Skulptural und mixed material ist das Credo der Studierenden fast durchgehend. Es scheint schon sehr entspannt, wenn man mal kein Kissen als Halsdekor oder mehrfach geschichtete Steppschleifen das Kleid abpolstern. Mit Schicht über Schicht, und meist kann man das nicht mehr Layering nennen, strebt die Sehnsucht offenbar nach mehr Schutz und Hülle als Leichtigkeit im Sein. Die Hose bleibt dennoch eine Hose, das Hemd dennoch ein Hemd, es wird alles dekonstruiert aufkonstruiert.
Mit Themen wie „Material Matter“, „Manifest“ und „Copycat“ setzten sich die Studierenden kritisch mit Produktionsprozessen und Designpolitischen Haltungen auseinander. Allerdings wurde es immer laut. Noch opulenter als im Barock gebrüllt, gerissen, geschichtet und geklotzt. Gibt es denn keine leise Mode mehr, die ganz subtil unter die Haut geht? Vielmehr stellt sich wieder einmal Fragen nach Gender, Stil und wie sehen junge Modedesigner den Zukunftsmenschen in Kleider gehüllt.


Andre Törner

Wanda Wollinsky

Paula Keilholz

Noura Abdelbaky



Marlene Haase

Jan Geiger

Lea Wittich

Daniel Juhart

Fotos: Seb Winter
text: S. O. Beckmann