Vor meinen Füßen: Mit Blick auf den Athos

Vor meinen Füßen: Mit Blick auf den Athos

Chill down auf der Sithonia

Man kann ja denken was man will über Griechenland. Das politisches Desaster nimmt dem wunderschönen Land doch nicht die Würde. Mein kritischer Blick auf das Land ist geprägt von 4 Jahren Lebenserfahrung dort und einer Liebe zu der Einfachheit und der Fülle, die dieses Land bietet.
Ich liebe das Meer und ich liebe die Berge. Mein Kindheitstraum ist beides zusammen. Berge und Meer. Ich habe meinen Traum hier – im Norden – auf der Chalkidiki gefunden und jedes Mal bin ich zu tiefst berührt über das Sahnehäubchen, das sich vom Frühjahr über den gesamten Sommer hin um die Spitze des heiligen Berges ATHOS kringelt. Eine unbeschreibliche Kraft und Magie (stopp, ich bin nicht esoterisch!) geht von diesem Anblick aus, der mich einmal im Jahr total entschleunigt. Wunderbar!

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Der Berg Athos liegt in Griechenland auf dem dritten Finger der Chalkidiki im Norden des gebeutelten Landes. Dort aber herrscht Stille und bauliche Betriebsamkeit – denn Klöster werden restauriert. Das konnte ich mir nur erzählen lassen – denn der Berg bzw. die Halbinsel ist ausschließlich Männern vorbehalten.
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So ist das nun einmal. Wir Frauen dürfen diesen Anblick und geträumte Atmosphäre nur von der gegenüberliegenden Seite der Sithonia (2. Finger)- immerhin von wunderbaren Stränden aus betrachten.
Ich kenne keine Strände, die mich so glücklich machen wenn ich ins türkisfarbene Meer hinaus schwimme und meinen Blick zurück auf die Küstenformationen richte. Niemand kann mir da mit der KARIBIK kommen. Der Sand ist ebenso samtig, die Natur bizarr, vielfältig und interessant.
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Felsige, bewaldete Hänge scheinen ins Meer zu stürzen. Strände sind in kleinen menschenleeren Buchten eingerahmt von ausgewaschenen Steinobelisken. Der Sand ist fein, der Duft von Zypressen, Kräutern, Sand und Meer ummantelt mich. Ich freue mich des Anblicks auf das Zuckehäubchen mir gegenüber und falle in die totale Entspannung hinein. Wellness pur aus der Natur.

Am Ende des Tages zieht es uns dann durch die lärmenden Zikadenkonzerte in die kleinen Tavernen am Meer, wo man den Oktopus noch selber fängt, trocknet, weich prügelt und serviert. Hier gibt es nichts aus der Dose. Alles ist frisch und von der schwarz gekleideten γιαγιά (Oma) zubereitet. Hier kann man sogar Pommes essen. Frisch geschält und in der Pfanne gebraten. Vom μελιτζάνασαλάτα (Auberginensalat Rezept hier >>) ganz zu schweigen. Das ist schon ein Luxus, den kein Hotel so bieten kann. Langsam verschwindet die Sonne hinter den Bergen und taucht alles in ein orangefarbenes Licht. Was für ein Genuss.

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So lässt es sich leben. Und wenn man etwas für die armen Griechen tun möchte, dann ist eine Reise in das Land genau das Richtige. Die Griechen sind nämlich wirklich nett und überhaupt nicht garstig gegenüber den deutschen Gästen. Und dafür sollte man ihnen BITTESCHÖN!(Herr Schäuble & Co) ihre Flughäfen doch lassen.

Text & Fotos: S. O. Beckmann