Xmal Deutschland von Julia Seemann

Xmal Deutschland von Julia Seemann

Xmal Deutschland – Zitate aus der Independent Szene der 80er Jahre.

SUCCUBUS IM MODESALON

Eine Hommage an die Dark Wave Band Xmal Deutschland belebte den sonst so eleganten Modesalon im Kronprinzenpalais während der Fashion Week Berlin. Als von Mercedes Benz und Elle gefördertes Nachwuchstalent konnte Julia Seemann ihre neue Kollektion präsentieren. 2015 sorgte die junge Designerin in New York schon für Aufsehen mit ihrer Diplomkollektion Another Composition. Rihanna lieh sich nach der Präsentation der Kollektion auf der Vfiles Made Fashion in New York ein Kleid von ihr und sorgte so für Schlagzeilen mit dem Seemann-Outfit.

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Besser kann ein Start nicht sein. Nun zählt Julia Seemann zu den Talenten, denen auf der Fashion Week Berlin eine Sonderrolle zugesprochen wird. Der Berliner Modesalon ist zudem eine sehr gute Plattform für noch junge, unbekannte Designer, die im kleinen Rahmen exquisit produzieren.
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Der Kollektion Xmal Deutschland sieht man den Einfluss Vivienne Westwoods an, wo die Schweizerin während ihres Studiums Praktika absolvierte. Trash, Punk, Fetisch und Undergroundfeeling spiegeln einzelne Outfits wieder. Die Applikationen und Aufschriften auf den Kleidern sind in Zusammenarbeit mit dem Kultgrafiker der 80 Jahre Vaughan Oliver entstanden. Er bewegte sich in der Independent Musikszene und wurde durch seine Plattencover u. a. für die Hamburger Kultband Xmal Deutschland bekannt. Mit dem Song „Incubus Succubus“ brachten die Musiker einen Underground-Klassiker heraus, deren Titel J. Seemann mehrmals im Zusammenhang mit dem Wort fetsich und einem X grafisch auf ihren Teilen einsetzte.

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Der typischen Oversizelook der 80er Jahre mit breiten Schulterpartien ist prägnant. Fast alle ästhetischen Stilmittel dieser Zeit vereint Julia Seemann auf spielerische Art und Weise, auch in der Materialität. Damit schafft sie eine neue expressive Handschrift, die heute eine individuelle Ausdruckstärke hervorbringt.
Weibliche Verführung mit der Schlange (Erbsünde!) wird genauso thematisiert, wie die Koketterie mit dem Satan. Mit Bildern aus der Mythologie als Digitalprint zitiert sie die damals aufkeimenden Gothicmode.
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Die Show wurde begleitet von einer Live Performance des Berliner Techno – Duos Schwefelgelb, deren schnellen Rythmen die Models in ihrer kraftvoll dynamischen Performance unterstützt.
Julia Seemann präsentierte eine nachhaltig wirkende Performance und eine intelligente Kollektion mit subtilen Verweisen auf die Geschichte, ohne Retro zu sein. Ob sie den Geschmack des Berliner Modesalons trifft, wird sich zeigen. Der ist ja eher etwas konventionell orientiert.
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Text: S. O. Beckmann
Fotos: S. O. Beckman