Zeit Konferenz und Berliner Modesalon: Deutsches Modedesign ist auf dem Vormarsch

Zeit Konferenz und Berliner Modesalon: Deutsches Modedesign ist auf dem Vormarsch

Die ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil und der Berliner Modesalon

Man gibt nicht auf. Der Berliner Modesalon und die ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil klotzen wenn es darum geht, deutsche Mode nach vorne zu bringen. Für beide Veranstaltungen steht Christiane Arp (Vogue-Chefredakteurin) als Frontfrau in der Öffentlichkeit.
Die Frage stellt sich: Braucht die deutsche Mode noch eine weitere Plattform um mehr Anerkennung im europäischen Raum zu bekommen? Scheinbar ja. Christiane Arp ist es ein wirkliches Anliegen, denn schon im letzten Jahr, nach der zweiten ZEITmagazin Konferenz Mode & Stil, begab sie sich ins Europaparlament, um für die deutsche Mode Lobbyarbeit zu leisten. Der Europaabgeordnete Dr. Christian Ehler kam zur Konferenz nach Berlin. Er unterstützt die Kreativszene in Brüssel und erklärt nachdrücklich, wieso Geldgeber so ungern und zögerlich in Mode investieren und wieso es wichtig ist, ein Unternehmen überzeugt nach außen zu tragen.
Marina Hoermanseder appellierte an die deutschen Designer, mit mehr Selbstbewusstsein laut zu sagen: HELLO, ITS ME! Andere machen das auch.
Nobi Talai sendete ganz selbstbewusst Christiane Arp einen Link zu ihrer Website mit ihrer 1. Kollektion, obwohl sie am Anfang ein unbeschriebenes Blatt in der Modeszene gewesen ist. Sie gewann die Auszeichnung im Rahmen des 1. Fashion Council Germany zusammen mit Marina Hoermanseder. Und nun gehört sie zu DEN deutschen Modedesignern, die man kennen muss.
Escada Der Berliner Modesalon HW 16/17

ESCADA im Berliner Modesalon HW 2016/17

Tillmann Prüfer begrüßte das geladene Publikum auf der ZEIT magazin Konferens Mode & Stil wieder mit Jokes und einem doch tiefgründigen Aufruf, inne zu halten, um der Kreativität mehr Raum zu lassen und nicht ein Muster, das Geld bringt, zu bedienen. Er sieht die deutsche Mode momentan designtechnisch in einer Sackgasse und geht mit der Trendforscherin Lidewij Edelkoort d’accord. Deutsche Modedesigner bedienen ein Schema, das irgendwie mehr recht als schlecht funktioniert, aber nicht wirklich innovativ ist und keine neuen Ideen bringt.

Die Modedesignerin Dorothee Schumacher schreibt der Mode eine Verführungskunst zu. Mode ist, Träume in Kleider zu verwandeln und die Menschen mit dem Kleid zu verführen. Man muss begeistert sein und seine Ideen verfolgen – bei sich bleiben.
Iris Von Arnim im Berliner Modesalon

Iris von Arnim im Berliner Modesalon

Wer hier zu der deutschen Elite gehört, hat die Jury des Berliner Modesalons ausgewählt. Angefangen bei ESCADA bis zu Bobby Kolade und Nobi Talai. Isabell de Hillerin und Hannibal, ein Münchner AMD-Absolvent, der seit 10 Jahren Herrenmode entwirft, in 12 deutschen Städten und weltweit in 10 Ländern vertreten ist. Was uns allerdings außerordentlich gefreut hat, ist die Teilnahme des Taschenlabels Lili Radu.
acher, Tomaszewski, Marina Hoermanseder im Berliner Modesalon

Dorothee Schumacher, D. Tomaszewski, Marina Hoermanseder im Berliner Modesalon

Bei einigen Ausstellern fragt man sich allerdings schon, welche Kriterien gelten, um zum Kreis der Auserwählten zu gehören. Denn es gibt weit mehr gutes deutsches Modedesign, als das, was auf den drei Etagen des Kronprinzenpalais zum Besten gegeben wurde.

Schließlich verirrten sich zwei Keramikerinnen in den Berliner Modesalon. GROßES FRAGEZEICHEN! Was hat Keramik plötzlich auf dieser Modeplattform zu suchen? Oder wird geplant, den Berliner Modesalon zukünftig in einen Berliner Mode-Lifestyle-Salon umzuwandeln, weil sich Vasen besser verkaufen lassen als Mode???
Wir hoffen, dass es beim Berliner Modesalon bei der Betonung auf MODE bleibt, um die großen und guten Ambitionen der Macher des Berliner Modesalons europaweit und im besten Fall international durchzusetzen.

Text & Fotos: S. O. Beckmann